Zurück zur Liste
St. Moritz stimmt über zukunftsfähige Strukturen ab

Am 28. September 2025 entscheiden die Stimmberechtigten der Gemeinde St. Moritz an der Urne über die Teilrevision der Gemeindeverfassung. Diese sieht vor, zukunftsfähige Strukturen für die Gemeindeführung zu schaffen. Mit der Abstimmungsvorlage reagiert der Gemeinderat auf die stetig höheren Anforderungen, welche an eine moderne, wachsende Gemeinde gestellt werden. Die zunehmende Fülle anspruchsvoller Aufgaben macht es für kommunale Behörden immer schwieriger, die Herausforderungen mit der bisherigen Behörden- und Verwaltungsorganisation zu bewältigen. Damit verbunden ist auch eine steigende zeitliche Belastung der politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger.
Die Abstimmungsunterlagen werden den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern in den kommenden Tagen zugestellt. Die Gemeinde informiert am 9. September 2025, 19.00 Uhr, Hotel Reine Victoria über die zwei Vorlagen:
Vorlage 1: Operative Gemeindeführung wird gestärkt
Mit der Einführung des CEO-Modells werden die politisch-strategische und die operative Führung der Gemeindeverwaltung getrennt. Künftig soll – wie in einem Unternehmen – eine Geschäftsführerin oder ein Geschäftsführer (CEO) die operative Leitung der Verwaltung übernehmen. Unterstützt wird diese Person von einer Geschäftsleitung, bestehend aus den Abteilungsleitenden der Gemeindeverwaltung.
Die neue Führungsperson übernimmt Kompetenzen, die heute dem Gemeindepräsidium oder der Exekutive zustehen. Die Stelle des bisherigen Gemeindeschreibers wird aufgehoben, seine Aufgaben werden auf mehrere Verwaltungsmitarbeitende verteilt. Die Einführung des CEO-Modells hat eine Reduktion der politischen Pensen zur Folge: Das Gemeindepräsidium wird künftig mit einem Pensum von 50 bis 60 Prozent, die Pensen der übrigen Mitglieder des Gemeindevorstands mit 15 bis 20 Prozent ausgeübt.
Die Umsetzung des CEO-Modells gestaltet sich voraussichtlich kostenneutral.
Vorlage 2: Gemeinderat wird verkleinert
Nebst der neuen Führungsstruktur schlägt der Gemeinderat vor, das Parlament von heute 17 auf neu elf Mitglieder zu reduzieren. Begründet wird dieser Vorschlag mit der zunehmenden Herausforderung, genügend Kandidatinnen und Kandidaten zu rekrutieren.
Die Verkleinerung des Parlaments hat Einsparungen von rund CHF 20'000 pro Jahr zur Folge.
Beide Vorlagen sind Teil eines Reformpakets, das auf ein Legislaturziel 2023–2026 des Gemeinderats zurückgeht, und können unabhängig voneinander entschieden werden. So ist es möglich, nur das CEO-Modell oder nur die Ratsreduktion anzunehmen – oder beide zusammen. Die Teilrevision der Verfassung würde per 1. Januar 2026 in Kraft treten, das neue Führungsmodell käme frühestens ab 1. Januar 2027 nach den Gemeindewahlen 2026 zur Anwendung. Die zahlenmässige Reduktion des Gemeinderats würde ab 2027 – zu Beginn der neuen Legislatur – wirksam.
Botschaft Teilrevision Gemeindeverfassung: CEO-Modell + Reduktion RAT auf 11
