Informationen für Bewerbung neue Nutzung Reithalle St. Moritz

Seit 1990 ist die Gemeinde St. Moritz im Besitz der Reithalle. Da die Dachkonstruktion einsturzgefährdet ist, kann die Reithalle seit November 2013 nicht mehr für den Reitsport genutzt werden. Das historische Gebäude soll saniert und unter Berücksichtigung der Denkmalpflege einer neuen Nutzung zugeführt werden. Ziel ist es, die Reithalle in neuem, attraktivem Gewand erscheinen zu lassen und sie für vielfältige, öffentliche Aktivitäten nutzbar zu machen. Die von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Abklärungen haben gezeigt, dass eine Sanierung der Anlage mit grossem Investitionsbedarf verbunden ist. In der heutigen Finanzlage kann die Gemeinde diese Sanierung nicht tragen. Es wird deshalb nach Lösungen mit privaten Interessenten gesucht.

Geschichte

Die Reithalle wurde 1910 zwischen der Via Ludains und dem See erbaut. Ausgearbeitet wurde das Projekt von Architekt Nicolaus Hartmann jun., St. Moritz, in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Terner & Chopard, Zürich. Sie ist eine der wenigen noch erhaltenen Sportbauten aus dem frühen 20. Jahrhundert im Engadin.

Die freitragende Hallenkonstruktion (Hetzersche Holzbauweise) ist eine der ältesten noch erhaltenen und daher unter Denkmalschutz.

Gebäude

Das Gebäude besteht aus drei Teilen: einem Vorbau mit Stallungen und dem Eingangsportal, der eigentlichen eingeschossigen Reithalle und einem südöstlich gelegenen zweigeschossigen Anbau mit Stallungen und Unterkünften aus jüngerer Zeit, welcher nicht schützenswert ist.

Im Querschnitt aus dem Jahre 1910 lässt sich gut die freitragende Hetzersche Hallenkonstruktion ablesen.

Dachkonstruktion

Die Reithalle ist eine der ältesten, noch erhaltenen, freitragenden Hallenkonstruktionen der Hetzerischen Holzbauweise. Die Konstruktion zeichnet sich durch ein mächtiges, geschwungenes Walmdach aus (vier anstatt zwei geneigte Dachflächen).

Situation und Lage

Die Halle liegt am südwestlichen Ufer des St. Moritzersees und ist auf der Rückseite ab der Via Ludains mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto erreichbar. Ebenfalls ist Zufahrt mit dem LKW von dieser Seite gewährleistet. Im Nordwesten und im Südosten sind Parkplätze für Personenwagen vorhanden. Auf der Seeseite und im Nordosten grenzt das Grundstück an die Seepromenade und ist für Fussgänger und Velofahrer direkt zugänglich.

Situationsplan

Sanierung

Ausgangslage

Untersuchungen zur Bausubstanz haben ergeben, dass die Konstruktion aufwendig verstärkt werden muss, damit die Statik wieder den Sicherheitsstandards entspricht. Da erhöhte Schneelasten besonders kritisch sind, wurden bereits provisorische Verstärkungsmassnahmen angebracht. Gemäss dem Gutachten der Ingenieure Paul Grunder und Res Schmid aus dem Jahre 2012 ist die Sanierung des Hallendachs möglich, aber sehr aufwendig. Die Sanierungsmassnahmen und die damit verbundenen Kosten von grob geschätzten 3.9 Mio. CHF scheinen in Anbetracht der Einzigartigkeit der Anlage jedoch angemessen und vertretbar. Ohne Sanierung kann die Halle nicht betrieben werden.

Ziel des Projektes

Die Reithalle wird weiter existieren und ihren Solitärcharakter als freistehendes Gebäude zurückgewinnen. Als Pavillon passt die Reithalle gut zum exponierten Seeufer und ist mit der Umgebungsgestaltung in die Seepromenade zu integrieren. Ergänzungsbauten stehen im Einklang mit der Reithalle.

Folgende Ziele müssen mit der Umsetzung des Sanierungs-Projektes erreicht werden:

  • Die Reithalle ist öffentlich zugänglich
  • Die Hauptnutzung liegt im öffentlichen Interesse
  • Die schützenswerte, historische Qualität der Hallenkonstruktion musss erhalten werden (Denkmalschutz)
  • Die Vorschriften des Uferschutz-Gesetzes müssen eingehalten werden

Auflagen zur Nutzung

Die Hauptnutzung muss im öffentlichen Interesse liegen; vorzugsweise in Form einer kulturellen Nutzung sowie als Begegnungszone für Gäste und Einheimische. Eine Nebennutzung, bspw. ein Restaurant, ist nur möglich, wenn sie im direkten und engen Zusammenhang mit der Hauptnutzung steht. Reine Restaurationsbetriebe und Wohnbauten sind in der ZöBA nicht erlaubt.

Vision

Die Reithalle wird einer neuen, attraktiven und öffentlichen Nutzung zugeführt. Der historische Charakter des unter Denkmalschutz stehenden Hauptbaus bleibt erhalten.

Investoren/Unternehmer gesucht

Die Gemeinde St. Moritz sucht für die Entwicklung der Reithalle Investoren/Unternehmer mit einem geeigneten Projekt, welches die Sanierung und neue Nutzung der Reithalle St. Moritz für die Öffentlichkeit mit einschliesst. Das Projekt muss die vorgenannten Vorschriften, Auflagen und Begebenheiten berücksichtigen.

Bewerbungen

Die Projektidee muss folgende Komponenten enthalten:

  • Idee/Konzept
  • Finanzierung (es ist von Investitionen von mehreren Mio. CHF auszugehen)
  • Businessplan
  • Vorgehensplan für die Umsetzung 

Abgabe des Baurechts

Für das Sanierungs- und Ausbau-Projekt der Reithalle gibt die Gemeinde St. Moritz die Liegenschaft Parzelle 341 im dauernden und selbständigen Baurecht ab. Dauer und Umfang des Baurechtes sollen projektbezogen bestimmt werden. Ein entsprechender Vorschlag ist dem Gemeindevorstand zu unterbreiten.

Verfahrensablauf/Zeitrahmen

1. Informationen ab Internet
2. Zusatzinformationen nach Interessenbekundung unter bauamt@stmoritz.ch
3. Abgabe Projektidee bis Ende Januar 2017 an den Gemeindevorstand
4. Eventuell Präsentation der Projektidee auf Einladung des Gemeindevorstandes
5. Weiteres Vorgehen gemäss Projektidee

Bauamt der Gemeinde St. Moritz

Via Maistra 12, CH-7500 St. Moritz
Tel. +41 81 836 30 60
Fax +41 81 836 30 61
bauamt@stmoritz.ch